9 Fragen über Depression beantwortet

9 Fragen über Depression beantwortet

9 Fragen über Depression beantwortet
Photo: Pixabay

Depression ist eine häufige aber ernste Gemütszustandsstörung, dass schwerwiegende Symptome verursachen. Diese Symptome, wie etwa das Gefühl von Hilflosigkeit, Traurigkeit, Reizbarkeit und verminderte Energie beeinflussen wie wir fühlen, denken und Tagesaktivitäten bewältigen, wie schlafen, essen oder arbeiten.
Für diejenigen die nicht vertraut sind mit Depression, haben bestimmt viele Fragen. Für das bessere Verständnis, hier ein paar häufige Fragen und Antworten zu diesem Thema.

1. Ist depressiv sein gleich traurig sein

Obwohl Depression oft missverstanden wird mit einer Person die einfach traurig ist, ist es nicht immer dasselbe. Auch wenn die von der anderen verursacht werden, gibt es Unterschiede.
Traurigkeit ist ein Symptom der Depression, aber es gibt Episoden, besonders bei einem Verlust, wo wir uns traurig fühlen. Typischerweise verringert sich die Traurigkeit mit der Zeit. Jedoch unterscheidet sich die Dauer und Intensität bei Depressionen. Diese verspüren wir täglich, in einem Ausmaß von mehreren Wochen und Monaten. Es verursacht, dass wir weniger in der Schule, Arbeit, Familie und Freunden funktionieren. Wir fühlen uns körperlich geschlaucht und hoffnungslos. Bei Betroffenen können sich suizidale Gedanken entwickeln. An dieser Stelle ist eine professionelle Unterstützung ratsam.

2. Können wir depressiv sein, auch wenn wir alles haben

Wenn wir herausfinden, dass eine Person unter Depressionen leidet, obwohl diese alles hat, scheint es uns nicht intuitiv. Jedoch sollte dieses Beispiel als Erkenntnis dienen, dass Depression nicht wählerisch ist.
Wir wünschen uns zwar, dass eine Therapie von Depressionen uns alles gibt was wir brauchen. Jedoch ist das nicht so simpel. Umgekehrt brauchen wir nur unseren Blick auf die Personen zu richten die viel weniger haben und wissen, dass diese nicht unter Depressionen leiden müssen. Schlussendlich spielen verschiedene Faktoren eine Rolle die beeinflussen, ob wir eine depressive Episode erleben oder nicht.
Faktor können hier zum Beispiel die Gene sein, unsere einzigartige individuelle Chemie unseres Gehirns und signifikante Lebensereignisse, wie Verlust des Jobs, einer geliebten Person oder Trauma. Wahrscheinlich ist einer der schwierigsten depressiven Episoden für Personen die auf ihr Leben blicken und nicht den Grund erkennen warum sie sich so fühlen wie sie fühlen. Das Wichtige was wir erkennen können ist, dass wir uns ändern wie wir funktionieren, eine spürbare reduzierte Lebensfreude und eine Müdigkeit bzw. fehlende Energie erleben. In diesem Fall ist es ratsam professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

3. Zu alt, um depressiv zu sein?

Gegensätzlich zum allgemeinem Glauben hat Depression gar nichts mit dem Alter zu tun. Wie wir nicht zu alt sein können, um depressiv sein, gibt es kein bestimmtes Alter wo es beginnen kann.
Es spielt keine Rolle, welches Lebensstadium wir bereits erreicht haben. Es kann jeden treffen. In Wirklichkeit tritt diese Erkrankung häufig bei Älteren auf. Pensionierte können depressiv werden, da die eine tägliche Routine gewohnt sind und einen Zweck im Beruf gesehen haben. Daher ist es wichtig für diejenigen die einen große Lebensänderung erleben, wie zum Beispiel Ruhestand, weiterhin aktiv zu bleiben und eine tägliche Routine beizubehalten.

4. Ist es möglich einfach darüber hinweg zu kommen?

Die meisten Betroffenen werden es bestimmt schon mal gesagt bekommen haben: Komm darüber hinweg. Und das möglicherweise von Personen die sie lieben. Während manche denken, Depression ist etwas was man leicht abschütteln kann, ist dieser Weg zu denken mehr schädlich als hilfreich.
Depressionen werden oft verharmlost, wo Personen für eine bestimmte Zeit traurig sind oder herausfordernde Zeiten durchgehen. Wobei das Gefühl von Trauer eine normale gesunde Emotion ist bzw. eine Reaktion zu einem bestimmten Ereignis. Aber Depression ist eine Krankheit, die behandelt gehören.
Obwohl verschiedene Therapieformen existieren, wie Medikation, Gesprächstherapie und viele weitere, ist eine wichtige Strategie herauszufinden, welche Therapieform am Besten zu einen passt.

5. Was sind Zeichen von Depressionen, die übersehen werden?

Den Unterschied zwischen traurig und depressiv sein zu kennen, ist sicherlich hilfreich für uns oder für Betroffene die wir kennen. Jedoch ist das nur ein Teil. Es existieren viele weitere Zeichen.
Ambivalenz, die Unfähigkeit bzw. Schwierigkeit Entscheidungen zu treffen, kann ein Indikator von Depression sein. Diese Erkrankung kann das Selbstwertgefühl senken und das Vertrauen ins eigene Urteilsvermögen. Es kann eine Kleinigkeit sein, wie die Auswahl der nächsten Mahlzeit oder eine Wichtigkeit, ob es noch ein Kind sein soll oder nicht. Das bedeutet natürlich nicht, dass eine Unentschlossenheit immer direkt mit einer Depression verbunden sein muss. Aber wenn es unser Leben signifikant hindert, ist es Wert einen Blick darauf zu haben.
Ein weiteres Zeichen ist die Gleichgültigkeit. Verstärktes Desinteresse über das eine oder andere, was viele möglicherweise als wichtig erachten. Falls wir uns dabei entdecken, dass wir uns über Dinge die uns Freude und Erfüllung bringen sollte, keinerlei Wert beimessen können, können wir es in Betracht ziehen, dass es sich wahrscheinlich um ein Zeichen der Depression handelt.
Noch ein Anzeichen ist die Reizbarkeit. Diese erfahren wir, wenn es uns an Geduld mangelt und wir generell genervt von Personen und Situationen sind, die an uns typischerweise abprallt. Manche betrachten es als Launenhaftigkeit oder ein Merkmal von hohen Stress. Jedoch, wenn es unangenehm für eine längere Zeit bleibt, kann es sein, dass unsere Lebensqualität darunter leidet.

6. Was mache ich, wenn ich denke, dass ich depressiv bin?

In manchen Fällen wissen Betroffene nicht, dass sie unter einer Depression leiden. Nur weil eine Person nicht sicher ist, heißt es nicht, dass es nicht passiert.
Um sicher zu sein, kann ein Erstgespräch bei einem psychiatrischen Facharzt weiterhelfen, um die Symptome richtig zu deuten.
Wir können unseren Lebensstil ändern und beobachten, welche Änderungen uns beeinflussen wie wir uns fühlen. Ein klassisches Beispiel ist das implementieren einer regulären sportlichen Routine, das Reduzieren von bestimmten Lebensmittel und Alkoholkonsum und eventuell auch das Hinzufügen von Ergänzungen, die unsere Laune ankurbelt. Dabei sollten wir unbedingt standhaft bleiben und uns nicht abkapseln und isolieren und stattdessen Zeit mit Freunde und Familie verbringen die wir lieben.

7. Lösen Medikamente das Problem?

Ein häufiger Irrglaube über Depressionen ist, dass Medikamente die beste und einzige Lösung ist, um das Problem zu lösen.
Wenn wir von der Primärversorgung und nicht von einem psychiatrischen Facharzt Medikamente wie Antidepressiva verschrieben bekommen, wird sich ohne therapeutische Begleitung keine Besserung zeigen können. Denn Antidepressiva alleine können vielleicht die Symptome etwas senken, werden aber keine großen Änderungen herbeiführen. Deren Aufgabe ist es unseren Dopaminpegel auf ein bestimmten Level zu halten. Nur mit einer Therapie kann die Ursache der Depression behandelt werden, wobei die Medikamente eine Unterstützung sind.

8. Können wir depressiv sein, ohne zu wissen warum?

Manche Betroffene, die unter einer Depression leiden, können nicht exakt sagen warum die so fühlen wie sie fühlen. Wenn wir diese Betroffene kennen, kann das für uns verwirrend und frustrierend sein.
Daher ist es wichtig sich über die Zeichen bewusst sein. Falls jemand zum Beispiel sich nicht mehr über verschiedenste Aktivitäten freuen, die einen damals Freude bereitet, ist das ein besorgniserregendes Zeichen.

9. Gibt es mehrere Formen von Depressionen?

Die Depressionsformen werden durch die Schwere der depressiven Episoden in leicht, mittelgradig und schwer unterschieden. Dabei zählt die klinische Depression zu den schwerwiegenderen Formen, welche zu den meist diskutierten gehören. Diese wird oft in Verbindung gebracht, wo Betroffene es schwer haben aus dem Bett zu kommen, ihre Selbstsorge vernachlässigen, täglichen Verpflichten nicht bewältigen können und/oder suizidale Gedanken/Aktion entwickeln. Dennoch ist diese Form nicht die Einzige der man zum Opfer fällt.
Es gibt die situationsbedingte Depression. Diese Form wird von Personen erlebt, die bisher nicht unter Depressionen gelitten haben, welche einen Verlust erleiden, ein traumatisches Erlebnis oder mit einer chronischen Krankheit diagnostiziert werden. In dieser Situation kann die Depression sehr schwer zu Beginn sein, aber Betroffene sind meist rascher wieder auf den Beinen, neigen dazu Unterstützung eher anzunehmen und offen gegenüber Therapie und Interventionen.

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